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low-budget magazin
23.09.2005

Last Exit Montana

Mit “Don’t Come Knocking” übt sich Wim Wenders in Witz und Leichtigkeit. Der Regisseur spricht über sein neues Roadmovie.

Plötzlich ist er weg: Mucksmäuschenstill verlässt der abgehalfterte Western-Star Howard Spence (Sam Shepard) die Dreharbeiten und begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit: Er trifft auf Menschen, die er vor vielen Jahren hinter sich gelassen hat, und auf solche, die seinem jämmerlichen Dasein plötzlich Bedeutung schenken. Das bildgewaltige Roadmovie Don’t Come Knocking überrascht besonders durch ungeahnten Humor und erfrischende Leichtigkeit. – Und wunderbare Darsteller wie Jessica Lange und Sarah Polley. Wim Wenders, gerade 60 geworden und in Locarno für sein Lebenswerk ausgezeichnet, spricht über seinen neuen Film.


“Paris, Texas” liegt zwanzig Jahre zurück. Wie ist es nach so langer Zeit zur erneuten Zusammenarbeit mit Sam Shepard gekommen?

Wim Wenders: Ich habe ihn angerufen. Nicht, dass ich die Nummer verlegt hätte, zwanzig Jahre lang. Nach “Paris, Texas” haben wir zwischen den Tönen abgemacht, dass wir das besser nicht wiederholen sollten. – Weil uns die gemeinsame Arbeit beiden so gut gefallen hat und die Zeit für uns auch eine wichtige war. Und weil Sam schlechte Erfahrungen mit Regisseuren gemacht hatte und ich schlechte Erfahrungen mit Autoren. Unsere Zusammenarbeit war so schön, dass wir sie nicht mehr anrühren wollten. Weil man nur was kaputt machen kann.
Wir haben uns öfters gesehen und immer so getan, als sei nichts gewesen. Bis ich dann doch angerufen und gesagt habe: “Zwanzig Jahre sind lang genug der Abstinenz, wir müssen uns nicht weiter quälen, lass uns doch noch mal was machen.” Ich hatte zwar eine Geschichte, nur haben wir nichts damit gemacht. Wir haben ganz von vorne angefangen. Nämlich überhaupt, was uns interessiert, was wir erzählen möchten, was uns bewegt. Dabei sind wir auf die Figur von Howard gekommen: die Idee von einem, der einen Sohn hat, den er noch nie gesehen hat.

Wollte Sam Shepard gleich die Hauptrolle übernehmen? Bei “Paris, Texas” fand er ja, so heißt es, dass er selber noch nicht reif genug ist…

Wim Wenders: Nicht gleich. – Bei “Paris, Texas” habe ich den Fehler gemacht, ihn viel zu früh zu fragen, ob er die Rolle spielen möchte. Da hat er mir einen Korb gegeben. Obwohl ich ihn bis zum Schluss bekniet habe. Doch er ließ sich nicht erweichen. Offiziell war sein Grund, dass man nicht gleichzeitig eine Rolle schreiben und spielen könne. Ich glaube, er hat sich als Schauspieler noch nicht reif gefühlt. Der wirkliche Grund – zwanzig Jahre später kann ich es sagen – war die Möglichkeit, mit Jessica Lange gemeinsam einen Film zu machen. Und mit Jessica einen Film zu drehen oder mit diesem deutschen Typen – da hatte ich schlechte Karten… Ich konnte es ihm auch nicht übel nehmen, die beiden waren gerade frisch verliebt.
Dieses Mal habe ich es besser gemacht: Ich habe gar nicht gefragt. Er hat also die ersten zwanzig, dreißig Seiten geschrieben, und ich habe mal so nebenbei gesagt: “Ich finde, das wäre eine Super-Rolle für Jack Nicholson.” – Dann hat er mich angeguckt, erstmal nichts gesagt und 10 Minuten später hat er gemeint: “Der kann überhaupt nicht reiten!” – Und bald darauf auch, dass der glaube, er könne das selber spielen. Das war die bessere Taktik.

Wie sind sie zu den jungen Darstellern gekommen? Sarah Polley zum Beispiel? Ihre sofortige Wunschbesetzung oder Casting?

Wim Wenders: Ich habe Sarah in “My Life Without Me” (2003) gesehen und in “The Sweet Hereafter” (1997), habe sie dann auch mal vor ein paar Jahren, ich glaube im Jahr 2000, auf der Berlinale getroffen – und war einfach hin und weg. Ich fand sie ganz, ganz toll, wusste allerdings lange Zeit nicht, ob ich das durchkriegen würde, da Sam die Figur Sky, die Sarah darstellt, als Halbblut geschrieben hatte, ihre Mutter eine Indianerin. Und damit war Sarah Polley natürlich nicht im Rennen. Ich habe aber nie richtig nach einer Indianerin gesucht, ich habe immer gedacht, ich krieg den Sam noch dahin. Und irgendwann hat er dann auch eingesehen, dass es ein bisschen aufgesetzt war. Man sieht die Mutter außerdem nicht, sie kommt ja nur als Asche vor. Da war der Weg frei für Sarah. Ich habe echt nicht richtig nach jemand Anderem gesucht.
Nach dem Sohn hingegen (dargestellt von Gabriel Mann) hingegen habe ich lange gesucht. Ich habe fast drei Jahre lang jeden jungen Schauspieler zwischen LA, New York und London gesehen. Ich habe wirklich alles gesehen, was hier kreucht und fleucht. Gabriel Mann sprach sogar bei einer der allerersten Casting-Sessions vor, 2001 noch. Damals war er noch ein völlig unbeschriebenes Blatt, ich glaube, er hat damals noch nicht einmal die kleine Rolle in “The Bourne Identity” (2002) gespielt. Er hat mir gut gefallen. Ich habe Probeaufnahmen gemacht, dann hat der Film sich verzögert, ich habe erneut gecastet, ihn wieder gerufen, wieder Probeaufnahmen gemacht. Insgesamt hat er dreimal vorgesprochen. Und jedes Mal hat er sich gegen die Mitbewerber behauptet. Irgendwann wusste ich: einen Besseren finde ich nicht. Und ich finde ihn auch physisch richtig gut gemeinsam mit Sam.
Am ersten Drehtag ist alles drunter und drüber gegangen. Wir konnten etwas nicht drehen, was wir vorgesehen hatten, und so blieb mir nichts Anderes übrig, als am ersten Drehtag die Szene mit Mutter und Sohn in der Gasse dranzunehmen. Macht man eigentlich nicht, einen jungen Schauspieler am ersten Drehtag in die schwerste Szene reinzujagen. Ich habe zu Gabriel gesagt: “Pass auf, wir machen das jetzt anders, wir drehen die Szene mit Jessica.” Da ist er weiß geworden, weil er darauf nicht vorbereitet war; hat gesagt: “Gib’ mir eine Stunde”. Die habe ich ihm gegeben und anschließend, beim Dreh, wusste ich, dass ich ihn gut besetzt habe. Sich als junger Schauspieler gegen Jessica Lange zu behaupten, da gehört schon Chuzpe dazu. Hat er super-gut gemacht. War dann letzten Endes auch gut, dass ich ihm die schwerste Sache zuerst abverlangt habe, hinterher war er ganz locker. Und ich mag den richtig gern. Es gibt Leute, die finden, dass er ein bisschen zu sehr auf die Tube drückt. Finde ich nicht. Einer, der keinen Vater gehabt hat, welcher dann plötzlich auftaucht, der flippt halt ganz schön aus, dachte ich mir. Ich würde ausflippen.

Es gehört wohl auch ein bisschen dazu, um diese Gegensätze zu zeigen – zwischen dem Sohn und der Tochter, die genau das Gegenteil ist, die Ruhige, die auf Howard zugeht.

Wim Wenders: Genau. Man merkt ja auch, was das für eine Wichtigkeit hat, für diesen jungen Mann, dass er diese Schwester entdeckt. Da kommt ja nicht nur der Vater neu in sein Leben, auf einmal hat er obendrein noch eine Schwester. Das ist ja auch gut so. Der Vater und der Sohn zusammen, das hat ja nicht weit geführt. Sam wollte zwischendurch die Sache vereinfachen – er meinte, wir hätten zu viele Figuren und hatte sich in den Kopf gesetzt, die Tochter, Sky, wieder zu eliminieren. Ich habe für sie gekämpft wie ein Löwe, weil ich wusste, dass ich ohne sie keinen Film mehr habe. Vater und Sohn landeten so schnell in der Sackgasse, und schließlich und endlich war auch Sam zufrieden, dass Sky drin geblieben ist.

Sie setzt ja auch einiges in Bewegung.

Wim Wenders: Ja, die säßen heute noch auf der Couch, wenn sie nicht dabei wäre.

“Don’t Come Knocking” wird gerne mit “Paris, Texas” verglichen. Der größte Unterschied ist die Leichtigkeit, der Witz. Was hat sich in den letzten zwanzig Jahren getan?

Wim Wenders: Ich bin zwanzig Jahre älter geworden. Ich war nicht einmal 40, als wir “Paris, Texas” gedreht haben. Da nimmt man sich noch ein bisschen wichtiger. Man lernt dazu. Ich weiß ja von Anfang an, dass ich Filme mache, um eines Tages die Komödie zu drehen. – Ich pirsche langsam, aber sicher an… Ich komme schon hin. Ich werde euch schon noch alle überraschen. Ich übe…

Da war ja schon mal einiges drin an komödiantischen Elementen…

Wim Wenders: Ich glaub’ auch. Sam hat an seiner Schreibmaschine gesessen, immer vor sich hin gekichert und dann wusste ich, er schreibt wieder etwas Komisches. Ich habe ihn auch gefragt, ob er das überhaupt spielen kann. Ich habe ihn in allen möglichen Filmen gesehen – als Astronaut, jede Menge Militär in letzter Zeit, Cowboys, Schriftsteller, Anwälte. – Alles so seriöse, gradlinige, manchmal ein bisschen sture Böcke. Ganz humorlos. Ich habe ihn also gefragt: “Kannst du das?” – Und er antwortet darauf: “Ehrlich gesagt: Woher soll ich das wissen? Habe ich noch nie gemacht. Deswegen schreibe ich das ja. Damit ich das endlich mal spielen kann.” Die besten Komiker sind die, die nicht lachen. Das hat er gut hingekriegt. – Er hat nie versucht, übertrieben komisch zu sein. Das würde er nie machen; komisch wirken zu wollen. Er wusste schon, dass einige von den Szenen wirklich ein bisschen drollig waren und er wusste auch, dass der Howard ein unmöglicher Typ ist, er hat sich auch nicht mit ihm identifiziert. Howard macht ja wirklich Doreen einen Heiratsantrag. Allen Ernstes. Jahrzehnte zu spät. Der ist ja nicht ganz dicht.

Steckt überhaupt etwas von Ihnen und Sam Shepard in Howard?

Wim Wenders: Ja, schon, das bisschen Anachronistische, das in Howard ist, das ist auch in Sam. Und Sam hat durchaus, man muss ja kein Geheimnis draus machen, in seiner Schauspielerkarriere auch ein paar Howard-Spence-Phasen gehabt – mit Sex und Drugs und Rock’n’Roll. So ein Bad Boy war er auch mal. Ist aber lange her.

Man erfährt im Film viel über Howards Vergangenheit, seine Skandale. Und dann noch diese Nebenhandlung mit dem quasi modernen Kopfgeldjäger, der an Howards Fersen hängt. Wollten Sie damit auch Kritik – einen Seitenhieb – am Hollywoodsystem üben?

Wim Wenders: Es gibt schon zwei verschiedene Berufe in Hollywood. Die einen sind Filmstars, die anderen Schauspieler. Ein paar von den Filmstars sind auch Schauspieler. Howard Spence war immer nur ein Filmstar. Mit diesem Film hatte ich aber keine Kritik an Hollywood im Sinn. Wir wollten die Geschichte vom verlorenen Vater und dem verlorenen Sohn erzählen. Ich war überhaupt ein bisschen skeptisch, als Sam einen Western-Darsteller aus Howard machen wollte. Ich war erstmal dagegen, weil ich vermeiden wollte, dass der Film etwas mit Film zu tun hat; Film-im-Film, das habe ich schon mal gemacht und wollte es nicht mehr. Doch je mehr er darüber nachgedacht hatte, umso mehr war Sam davon überzeugt, dass das ideal wäre für jemanden wie Howard, wenn er ein gealterter Western-Star wäre. Er wollte es zumindest mal probieren. Dann hat Sam die erste Szene geschrieben – dabei wieder gekichert – und da hieß es dann auch gleich “ritt der Mann davon…”. – Also ein Cowboy, mit allem drum und dran, Perlmuttpistolen und den Sporen, aber er hat auch ein Handy dabei. Und da hab"™ ich gewusst, mit der Figur kann ich doch einen Film machen. Ich hatte zu sehr Sorge, dass das wieder so insiderisch wird, aber das hat letzten Endes keine Bedeutung im Film. Das hat keinen Hintergrund. Er könnte auch ein echter Cowboy sein oder Gott weiß was.

Der Cowboy landet schlussendlich wieder bei seiner Mutter…

Wim Wenders: Tragisch, nicht? – Kennen ja viele Leute, glaube ich. Ich weiß nicht, wie das bei Mädels ist. Aber als Mann kommt man immer mal wieder in das Jungszimmer zurück. Und die Mütter pflegen das, die sind sehr dagegen, dass man das abbaut. Ich habe meines abgebaut, ich hatte Glück: Mein Zimmer hat mein Bruder übernommen. Aber ich habe Freunde, die das nicht durften. Das ist dann tragisch: Da bist du plötzlich 60, kommst zurück und da hängen die Posters von den Beatles rum. Das ist schon tragisch. Wenn ein erwachsener Mann bei seiner Mutter landet, wie Howard das tut, ist das echt die letzte Zuflucht. Der hat sonst nichts mehr. Er ist dem Zusammenbruch nahe. Plötzlich ist er niemand mehr. Ausgestiegen aus der Heldenrolle… schwierig… niemand mehr zu sein.

Aber es hilft ihm doch, seine Familie zu treffen, bzw. überhaupt kennen zu lernen.

Wim Wenders: Er hat nicht viel erreicht. Man kann auch nicht sagen, dass er viel bewegt hätte. Aber ich glaube, dass er sich am Schluss, wenn er sich rasiert, wieder im Spiegel anschauen kann. Zumindest ist er ehrlich gewesen.
Aber er freut sich ja doch auch wieder, beim Set zu sein. Er merkt, dass er mit seinen Dialogen nicht weit kommt, er hat ja nichts zu sagen. Und er freut sich darauf, dass jetzt wieder die Dialoge vorgeschrieben sind. Erstens ist er – wie viele Männer – nicht sehr konfliktfähig und zweitens kann er nicht, wie er will. Die Frauen, denen er begegnet, machen ihm das schon ziemlich klar. Am Schluss ist er ein besserer Mensch, als er anfangs gewesen ist. Vielleicht sogar ein besserer Schauspieler. Ob er noch viele Filme dreht, auf dem Pferd, wage ich zu bezweifeln.

Die Frauen kommen überhaupt besser weg im Film… Sie sind die wahren Helden.

Wim Wenders: Ja, das wollten wir auch so. Als wir den Western-Helden hatten, war dann auch klar, dass wir den gnadenlos demontieren würden. Und das hat Sam auch wirklich toll gemacht, finde ich. Sowohl mit der Mutter als auch mit Doreen. Doreen haben wir übrigens komplett neu umgeschrieben, wirklich jeden einzelnen Satz, als klar war, dass Jessica Lange die Rolle spielt. Jessica kennt Sam besser als jeder andere Schauspieler; für seine eigene Frau hat er alles wieder verschärft.

Bei Amerika ist es hingegen so, dass das Bild nicht demontiert wird. Die Landschaften sind so schön, wie schon lange nicht mehr. Wenn man das z.B. mit “Land Of Plenty” (2004) vergleicht, ist man doch ein bisschen verwundert…

Wim Wenders: Eigentlich hätte ich es umgekehrt drehen sollen. Wollte ich eigentlich auch. Mit “Don’t Come Knocking” haben wir im Jahr 2000 begonnen, drehen wollte ich im Sommer 2003, aber dann mussten wir in letzter Sekunde – es war eigentlich alles fix und fertig, nur ein paar Wochen vor Drehstart – noch mal verschieben. Das hat mir dann die Luft gegeben, “Land Of Plenty” zu machen. Es wäre in der Reihenfolge logischer gewesen, “Land Of Plenty” als Abschiedsfilm der Trilogie zu machen.
Es ist viel passiert in der Zeit, seitdem wir das Drehbuch zu “Don’t Come Knocking” geschrieben haben. Wir haben über dreieinhalb Jahre geschrieben, dann den Film vorbereitet und überlegt: Sollen wir das so stehen lassen? Oder sollen wir nicht doch auf die eine oder andere Art das Land politisch reflektieren? Letzten Endes haben wir uns gesagt, dass wir uns von dem Cowboy im Weißen Haus nicht “den Spaß an der Freud” verderben lassen: wir machen das jetzt trotz allem so, wie wir das wollten. Jetzt erst recht. Man hätte natürlich logisch “Land Of Plenty” hinterher machen sollen, aber man kann sich das nicht aussuchen.

Was für eine Rolle spielt die Situation in den USA, dass Sie wieder in Deutschland drehen wollen?

Wim Wenders: Ich habe einfach alles erzählt, ich habe eine Trilogie auf Englisch gemacht, mit “The Soul Of A Man” (2003), “Land Of Plenty” (2004) und “Don"™t Come Knocking”, und letztendlich auch einige Filme davor in Englisch gedreht – wie “The End Of Violence” (1997), “Million Dollar Hotel” (2000). Ich hatte nie vorgehabt, so lange in den USA zu sein. Seit Jahre stand für mich im Raum, nach “Don"™t Come Knocking” wieder in Deutsch zu drehen, nach Deutschland zu kommen. Mit “Land Of Plenty” habe ich, glaube ich, auch klar gemacht, was ich politisch davon gehalten habe.

Heißt das nun auch, wir können als nächstes eine deutschsprachige Komödie erwarten?

Wim Wenders: Ich weiß gar nicht, ob ich ausgerechnet die Komödie auf Deutsch versuchen soll. Eigentlich kann man auf Englisch viel komischer sein. Aber vielleicht muss ich’s auf Deutsch versuchen. Es ist ja die Quadratur des Kreises, die deutsche Komödie…

Gibt es schon erste Ideen für ein neues Projekt?

Wim Wenders: Eigentlich noch gar nicht, ich muss erst ankommen. Ich kenne mich in Montana, Nevada und Utah richtig gut aus. Und in Brandenburg, Sachsen und Hessen gar nicht. – Ich will immer erst wissen, wo ich was erzähle, bevor ich weiß, was ich da erzähle.
Auch Butte, der Ort in Montana, in dem “Don’t Come Knocking” teilweise spielt – da will ich seit 25 Jahren drehen. Das hat die Geschichte provoziert, dass ich den Ort so gut kannte. In Deutschland muss ich auch erst wissen, wo genau ich arbeiten will.

Das wird dann im Moment eher nicht komödiantisch…

Wim Wenders: Im Moment ist es etwas mürbe… Aber nachdem jetzt aber auch die Rolling Stones zugestimmt haben, dass Frau Merkel “Angie” spielen darf, besteht ja Hoffnung. Ist aber alles nicht ganz so komisch. Deutschland ist halt auch kein witziges Land. Obwohl eigentlich gerade in den letzten 20 Jahren vor allem Komödien Erfolg hatten…
Komödien sind meistens sehr sprachbezogen. Ich muss einmal Woody Allen anrufen und fragen, wie er das macht. Oder den Benigni… Die sieben Zwerge haben jetzt selber ihr eigenes Remake gedreht, da kann ich jetzt nicht mehr ran. Aber die Heinzelmännchen, die wären ja noch übrig…


Don’t Come Knocking
D / USA 2005
Regie: Wim Wenders
Mit Sam Shepard, Jessica Lange, Tim Roth, Gabriel Mann, Sarah Polley, Fairuza Balk, Eva Marie Saint
Verleih: UIP
122 Minuten

text: nicole albiez

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